Nachmittag / Sonniger Tag  / eine weiße Gartenbank im Schatten 

 

A:  Es ist echt albern, aber irgendwie sollten wir was machen.

B:  Was möchtest du machen, irgendwas sinnvolles ? 

A:  Ja !

 

B:  Dann mach doch mal einen Kaffee !

Die Zeit vergeht

....und ein paar Jahre später kann man sagen:

Die Bank steht jetzt an einem anderen Ort und wir ....trinken immer noch sehr gern Kaffee zusammen. Aus unserer gemeinsamen Kaffeepause ist jetzt eine Profession geworden. Unser Blick ist schärfer geworden, wir sehen unsere Verantwortung als Konsument aber auch als Verarbeiter und Verkäufer.

Uns ist wichtig, dass wir nachvollziehen können wo unsere Rohkaffees herkommen und unter welchen Bedingungen sie angebaut werden. Die Bio-Zertifizierung und ihre Kontrollmechanismen helfen uns dabei. Wir erwarten viel, sind aber auch bereit dementsprechend mehr für unsere Rohkaffees zu bezahlen. Wir freuen uns über den persönlichen Kontakt zu den Importeuren. Die eine großartige Arbeit machen und uns die Möglichkeit geben uns auf das zu konzentrieren was und uns Spaß macht - Kaffee rösten und zubereiten.  Bei der Auswahl der Rohkaffees steht für uns ein sauberes Tassenprofil sowie ein einzigartiges Trinkerlebnis an erster Stelle, wir erfreuen uns sehr an Single-Origin Kaffee. Zum größten Teil rösten wir Arabica Varietäten - mit unterschiedlicher Aufbereitungshistorie.

Ich schreibe hier  "zum größten Teil",  dass mag daran liegen, dass im Frühjahr 2021 ein Neues Kapitel begonnen hat. Wir haben angefangen unterschiedliche Rohkaffees Ihrer Eigenschaften wegen, miteinander zu mischen. Herausgekommen ist unser erster Blend, wir haben ihn einfachhalber "Blend Nr1" genannt. Dieser Kaffee ist eine Mischung aus 70% Arabica und 30% Robusta. Unfassbar schokoladig. Dieser Kaffee eignet sich wunderbar für den Vollautomaten und ist für Liebhaber etwas kräftigerer Mischungenen. Unser "Blend2" wird ebenfalls ein dunkler Kaffee werden, aber mit Noten von dunklen Beeren und Rosinen. 

Unser kleiner alter Röster - die Maschine lief von 1954 bis in die frühen 90er in einem kleinen Geschäft im Ruhrgebiet.

Danach stand er lange in einem Privatmuseum in einer Villa in Essen, bis wir ihn 2013 bekommen haben.

Es ist ein gasbetriebener Trommelröster mit einem Fassungsvermögen von 6kg Rohkaffee pro Röstgang. So das Datenblatt. Den Hersteller, die Firma Barth in Ludwigsburg, gibt es lange nicht mehr und der Röster wurde in den frühen 50ern hergestellt. Was jetzt kommt kann man sich denken. Als ich den Röster am nächsten Tag in Betrieb nehmen wollte, habe ich fast fast das Haus abgefackelt. Es stand ganz schnell fest, das geht nicht so einfach wie gedacht. Bevor es dann losging wurde der Röster zerlegt und neu aufgebaut. Viele Tage und Nächte geschraubt und experimentiert und schließlich das erste Mal geröstet. Das ganze hat mehr als ein Jahr gedauert. Aber dann ging es los und mit großer Freude haben wir dann den ersten selbst gerösteten Kaffee getrunken. An dieser Stelle lässt sich sagen:

Kaffee rösten kann man lernen und zubereiten und schmecken auch. 

Wie es dann so kommt, haben wir einen kleinen Laden gefunden und das 92Grad im Winter 2016 das erste Mal aufgemacht. Drei Jahre später öffneten wir die Tür ins Laska. Seitdem pendeln wir zwischen den Cafés den Wochenmärkten und der Rösterei und haben eine gute Zeit.  

Was steht noch an? 

Ich arbeite wieder an einem alten Röster, diesmal aus den 30er Jahren. Dieser Röster ist größer und wir können unsere Röst-Kapazität erhöhen und haben vielleicht wieder mehr Zeit.....um endlich Bier zu brauen.

 

Es folgen ein paar Bilder die unseren Arbeits-Alltag aufzeigen.